György Rakottyays Erste Ungarische Emailgeschirrfabrik
Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstand an der heutigen Straße Martina Rázusa in Lučenec ein Fabrikgelände, das die Wirtschaft der gesamten Region Novohrad über Jahrzehnte prägen sollte. Hier gründete der Industrielle György Rakottyay 1892 die Erste Ungarische Emailgeschirrfabrik — jenen Betrieb, der bald zu den bedeutendsten Emailgeschirr-Herstellern Österreich-Ungarns aufstieg.
In der Zwischenkriegszeit beschäftigte die Emailfabrik mehr als tausend Arbeiter. Die Töpfe, Kannen und Gefäße mit dem Löwen-Markenzeichen fanden ihren Weg in Haushalte in ganz Europa. Nach 1989 kam die Produktion jedoch zum Erliegen, und das Fabrikgelände im Herzen der Stadt begann zu verfallen.
Neues Leben gab dem Gebäude die 2017 begonnene Sanierung nach den Plänen des Bratislavaer Studios GutGut. Die Architekten bewahrten die historischen Schichten — die Ziegelwände, die Stahlkonstruktionen, die industriellen Details — und ergänzten sie behutsam um moderne Elemente. Das Projekt gewann den Architekturpreis CE ZA AR und gilt heute als Beispiel für die beste Revitalisierung industriellen Erbes in der Slowakei.

Rakottyay — Anfang des 20. Jahrhunderts
Zeitleiste
1892
Das Gründungsjahr
Der Industrielle György Rakottyay gründet in Lučenec die Erste Ungarische Emailgeschirrfabrik. Der Betrieb wird bald zu einem der bedeutendsten Emailgeschirr-Hersteller Österreich-Ungarns.
1895
Das Rakottyay-Gebäude
Das Hauptgebäude des Fabrikgeländes an der heutigen Straße Martina Rázusa wird errichtet — ein Meisterwerk der Industriearchitektur, das bis heute steht und den Namen seines Gründers trägt.
1920–1930
Die Blütezeit
In ihrer Glanzzeit beschäftigt die Emailfabrik mehr als 1 000 Arbeiter. Das Emailgeschirr mit dem Löwen-Markenzeichen findet seinen Weg in ganz Europa.
1989
Das Ende der Industrieära
Nach 1989 kommt die Produktion allmählich zum Erliegen. Das historische Fabrikgelände im Herzen von Lučenec beginnt zu verfallen und bleibt jahrzehntelang ungenutzt.
2017
Die GutGut-Sanierung
Das Bratislavaer Architekturbüro GutGut beginnt mit der behutsamen Umgestaltung des Areals — es bewahrt die historischen Schichten des Gebäudes und ergänzt sie um leichte, moderne Elemente.
2023
Die Smaltovňa lebt wieder
Das Areal öffnet als urbanes Ökosystem: 14 Lofts, Restaurants, Geschäfte, Coworking und Büros. Das Projekt erhält den Preis CE ZA AR und wird auch von Forbes Slovakia beachtet.
Häufige Fragen zur Geschichte
Wann wurde die Emailfabrik in Lučenec gegründet?
Die Erste Ungarische Emailgeschirrfabrik wurde 1892 vom Industriellen György Rakottyay gegründet. Das bis heute erhaltene Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1895.
Was wurde in der Rakottyay-Emailfabrik hergestellt?
Emailgeschirr — Töpfe, Kannen und Küchengefäße mit dem Löwen-Markenzeichen. In ihrer Blütezeit (1920er–1930er Jahre) beschäftigte die Fabrik mehr als 1 000 Arbeiter und exportierte in ganz Europa.
Wer hat die Smaltovňa in Lučenec saniert?
Die Sanierung wurde vom Bratislavaer Architekturbüro GutGut entworfen. Das Projekt gewann den Architekturpreis CE ZA AR und wurde von archinfo.sk sowie Forbes Slovakia vorgestellt.
Was befindet sich heute im Gebäude der Smaltovňa?
Heute ist die Smaltovňa ein urbanes Ökosystem: 14 Lofts, das Restaurant Origin, das VegStyle Bistro, die Pekárninka, Profibikers, Mobilonline, Trinásty und das Coworking PRIESTOR.
Erleben Sie die Geschichte persönlich
Wohnen Sie in einem Loft, dinieren Sie im Origin oder mieten Sie ein Büro — alles in den originalen Räumen der Emailfabrik.
Ausführlicher Fachartikel zur Sanierung auf Archinfo.sk (auf Slowakisch) →
